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praxis-tagung 2010:
von der systemkritik zur gesellschaftlichen transformation

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programm und studienmaterial

  
Auf dieser Webseite:
Informationen zur PRAXIS-Tagung 2010 in Nürnberg, darunter eine Präsentation bzw. Dokumentation zum Verlauf der Tagung.
  
Verwandte Themen:
Die Publikation im Anschluss an die Tagung: Praxis-Publikation 2010. Zur Eröffnungsseite mit aktuellen Informationen: Aktuelle Informationen.
  
   
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Das Praxiskonzept in der jetzigen historischen Situation (55-57)
Die Wendekraft beruht auf dem neuen Produktivkraftensemble (458-459)
Ein neues Entwicklungssystem der Arbeit, Produktion und Praxis (496-498)
Resümee und Ausblick der Studie Das Konzept PRAXIS (538-551)
     Das Hauptwerk von 2015/16: Das Konzept PRAXIS im 21. Jahrhundert
* Eine Auswahl. Zu den Buchseiten führt u.U. auch die Textrecherche mit Google Books

     

 anzeige und konzept der tagung

Anzeige der Tagung

3. PRAXIS-Tagung
Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation
26.-27. Februar 2010
in Nürnberg

Tagungsort:
Nachbarschaftshaus Gostenhof / Nürnberg Adam-Klein-Str. 6 - U-Bahn U1: Haltestelle Gostenhof
http://www.nuernberg.de/internet/nh_gostenhof 

Hauptthema sollte nicht eine bereits vielstimmig artikulierte  Gesellschaftskritik oder Krisenanalysen sein, sondern ganz entschieden weitergehende Fragen hinsichtlich einer konkreten Systemalternative oder auch gesellschaftlichen Transformation. Zu den Themenschwerpunkten werden Begleit- und Studientexte angezeigt, so dass sich jeweils ein kleiner theoretischen Themenpark eröffnet.

Themenfelder

Themenfelder und Fragestellungen

1. In der öffentlichen Debatte dominiert eine Interpretation der Finanz- und Wirtschaftskrise, der zufolge es sich um eine vor allem durch Fehlverhalten verursachte, aber jedenfalls korrigierbare und vorübergehende Systemstörung handeltund nicht um eine säkulare Systemkriseim eigentlichen Sinn. Aber auch von den Kritikern, die von letzterer Annahme ausgehen, wurde die Bestimmung der eröffneten gesellschaftsgeschichtlichen Periode als formationeller Übergang und damit das Konzept einer gesellschaftlichen Transformation noch zu wenig ausgearbeitet.

2. Die vielstimmige, kontroverse Auseinandersetzung mit philosophisch-wissenschaftlichen Grundfragen im Anschluss an Marx geht weiter. So soll, mit Blick auf den maßgeblichen Kern des Marxschen Praxisdenkens, die Auseinandersetzung mit Beiträgen der neueren Marxinterpretation weitergeführt werden. Daranschließt die Aufgabe an, eine praxistheoretische Grundlegung der Gesellschaftswissenschaften weiter zu profilieren und im Paradigmenstreit zu behaupten.

3. Fragen der Forschungsmethode der politischen Ökonomieheute bilden die Brücke zwischen Grundlegungsfragen und konkreteren Untersuchungen. Diese zielen letztlich auf eine wert-, reproduktions- und praxisanalytisch aufgeklärte Alternative der politischen Ökonomie undgesellschaftlichen Praxis. In diesem Zusammenhang kann die Kritik gängigerWirtschaftslehren weiter vertieft werden. Darüber hinaus kommt es aber vor allem darauf an, im Schoße des Bestehenden vorhandene, konstitutive Elemente einer zukünftigen neuen Reproduktionsordnungund zivilisatorisch höher stehenden Sozialformierung zu fassen.

4. Mit dem Hinweis auf öffentliche Infrastrukturen oder Begriffen wie Sozialökonomie und Dritter Sektorwerden wirtschaftsgeschichtlich markante Entwicklungen angesprochen, die mit der Entfaltung des Steuer-, Finanz- und Haushaltswesens des modernen Sozialstaates zusammenhängen. Inwiefern sind hier Bereiche gesellschaftlichen Arbeit angesprochen, die für eine zukünftige Reproduktionsordnung besonders bedeutsamsind?

5. Was herkömmlich als Maschinensteuer oder auch als Wertschöpfungsabgabe bezeichnet wird, ist wert- und reproduktionstheoretisch unzureichend erhellt und stellt möglicherweise einen wesentlichen Ansatz für eine politisch-ökonomische Intervention, für die Sozialpolitik, für die Wiedergewinnung gesellschaftlicher Kontrolle oder auch systemische Transformation dar.

6. Die kommunal verfasste urbane Praxis fungiert heute als Grundeinheit gesellschaftlicher Reproduktion und Lebenswirklichkeit. Welche kreativen Kräfte oder transformatorische Potentialität weist dieser Bereich der individuellen Reproduktion und Produktion des Öffentlichen, dieser Raum des Alltagslebens und der Zivilgesellschaft, diese Ebene demokratischer Selbstorganisation auf?

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präsentation zum tagungsverlauf

Foliensammlung zur Tagung

Die Dokumentation umfasst die Vorstellung der Referenten, Hinweise zu deren Publikationen und Vortragsthemen sowie Bilder zum Tagungsgeschehen. Sie ist leicht zu überblättern und vermittelt einen schönen Eindruck von der gut besuchten, gelungenen Tagung. Dokumentation als PDF-Datei  

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programm und studienmaterial

Freitag, 26. Februar 

19:30 - 20:00  
Begrüßung der TeilnehmerInnen

20:00 - 22:00
Michael Brie (RLS-IfG Berlin)
Herausforderungen einer kritischen Transformationsforschung  

Grundlagentexte: Immanuel Wallerstein, Utopistik. Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts.
Rolf Reißig, Gesellschafts-Transformation im 21. Jahrhundert. Vorwort.
Arbeitspapiere :Michael Brie: Kapitalismus, Sozialismus, Eigentum und Wege der Veränderung
Immanuel Wallerstein, Theory Talk #13/2009
Klaus Steinitz: Zeithorizonte und Konzepte einer sozialistischen Transformation
IPkW-Ressourcen : Webseite Weltsystem im historischen Übergang

Samstag, 27. Februar
Themenbereich 1

10:00 - 10:15
Einführung in den thematischen Zusammenhang

10:15 - 11:30
Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Kassel)
Die Herausforderung der Marx'schen Philosophie der Praxis und aktuelle Positionen der Marxinterpretation  

Horst Müller
Statement zum Paradigma einer Konkreten Praxisphilosophie

Grundlagentexte: Chr. Henning, Philosophie nach Marx.
Jan Hoff, Marx global. Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses
W. Schmied-Kowarzik, Die Kernstruktur der Dialektik der gesellschaftlichen Praxis
Arbeitspapiere :W. Schmied-Kowarzik, Karl Max als Philosoph der menschlichen Emanzipation
Horst Müller, Vom Marxismus zur konkreten Praxisphilosophie
IPkW-Ressourcen: Webseiten Karl Marx und Marxismus Diskussion 2010

Themenbereich 2

11:45 - 13:00
Günter Buchholz (FH Hannover)
Das Verhältnis zwischen Ökonomie und Staat in der Neoklassik, bei Keynes und in der marxistischen Theorie

Grundlagentexte: John Maynard Keynes: Das Ende des Laissez-faire.Ideen zur Verbindung von Privat- und Gemeinwirtschaft, in: Keynes heute. Festschrift für Harald Mattfeldt
Zinn, Karl-Georg: Mit Keynes zu einer anderen Wirtschaft. Zur Langfristperspektive keynesianischer Ökonomie
Arbeitspapiere : Alfred Müller, Günter Buchholz: Ein Vergleich von Neoklassik, Keynesianismus und Marxismus
Norbert Reuter: Antizyklische Fiskalpolitik und defizit spending als Kern des Keynesianismus?
Jürgen Leibiger: Marx oder Keynes - oder beide?
IPkW-Ressourcen : Webseiten Neoliberalismus und Heterodoxie, Keynesianismus und Wirtschaftspolitik

Themenbereich 3

14:00 - 15:15
Horst Müller (Nürnberg)
Zur wert- und reproduktionstheoretischen Grundlegung und Transformation zu einer Ökonomie des Gemeinwesens  

Grundlagentexte: Karl Marx, Das Kapital und die allgemeinen Bedingungen der Produktion.
Martin Bellermann, Sozialökonomie. W.R. Wendt, Sozialwirtschaft - eine Systematik.
Susanne Elsen, Ökonomie des Gemeinwesens und gesellschaftliche Wertschöpfung
Arbeitspapiere: Eva Müller, Marxsche Reproduktionstheorie. Kritik der VGR
Horst Müller: Transformationsprozesse und Grundriss einer Systemalternative
WZBrief Arbeit: Der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld,
J. Hirsch / Heinz Steinert: Sozialpolitik als Infrastruktur
IPkW-Ressourcen: Webseiten Zukunft des Sozialstaats, Sozioökonomie als Systemalternative

Themenbereich 4

15:30 - 16:45
Andreas Willnow (Leipzig)
Wertschöpfungsabgabe und Grundeinkommen als Bestandteile eines Transformationskonzeptes?  

Hans Thie (Berlin)
Statement zu wirtschaftspolitischen Positionen der LINKEN

Grundlagentexte: Andreas Willnow, Wertschöpfungsabgabe statt lohnbezogener Arbeitgeberbeiträge.
Andre Gorz: Auswege aus dem Kapitalismus
Arbeitspapiere : Zukunftsmodell Wertschöpfungsabgabe
Wertschöpfungsabgabe als Finanzierungsinstrument
Rainer Roth: Bedingungsloses Grundeinkommen als Menschenrecht? Arbeitslosigkeit, Beschäftigungspolitik
und öff. Investitionen bei Keynes
Butterwegge: Grundeinkommen und soziale Gerechtigkeit
IPkW-Ressource: Webseite Sozialstaat

Themenbereich 5

17:00 - 18:15
Fernand Guelf (Berlin)
La revolution urbaine: Kreative Praxis in der urbanen Gesellschaft  

Rainer Fischbach (Berlin)
Statement: Zur zukunftsfähigen Gestalt der Stadt

Grundlagentexte: Henri Lefebvre, Die Revolution der Städte.
Walter Siebel: Die europäische Stadt
David Harvey, The Right to the City
Arbeitspapiere : Fernand Guelf: Expose zu La revolution urbaine
Deutscher Städtetag: Leitbild Stadt der Zukunft
DST-Thesenpapier Städtisches Handeln in Zeiten der Krise
Spiegel-Artikel: Das Recht auf Stadt in Hamburg
IPkW-Ressourcen: Webseiten Kommunalverfassung Urbane Praxis, Henri Lefebvre

18:15 - 18:30
Abschluss-Plenum

Samstag Abend

ab 20:00
Ausklang in der Galerie Artelier, Knauerstr. 3
Mit einem politisch-kabarettistischen Beitrag von Michael Mansion (Saarlouis) 

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